Behandlungsmotive und Erwartungen bei Patienten mit aktinischer Keratose: Eine deutschlandweite multizentrische Querschnittsstudie

Die patientenzentrierten Motive und Erwartungen hinsichtlich der Behandlung von aktinischen Keratosen (AK) haben bislang wenig Beachtung gefunden. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Behandlungsmotive und -erwartungen von Patienten mit AK in einer landesweiten multizentrischen Querschnittsstudie mit Patienten aus 14 deutschen Hautkrebszentren zu profilieren und zu clustern. Die Patienten wurden gebeten, einen Fragebogen selbst auszufüllen. Die Behandlungsmotive und Erwartungen hinsichtlich der AK-Behandlung wurden auf einer visuellen Analogskala von 1 bis 10 gemessen. Spezifische Patientenprofile wurden mit Hilfe von Subgruppen- und Korrelationsanalysen untersucht. Insgesamt wurden 403 Patienten in die Studie einbezogen. Die höchsten Motivationswerte wurden für die Punkte „Vermeidung des Übergangs zu invasivem Plattenepithelkarzinom” (Mittelwert ± Standardabweichung; 8,98 ± 1,46), „AK gelten als präkanzeröse Läsionen” (8,72 ± 1,34) und „behandelnder Arzt empfiehlt Behandlung” (8,10 ± 2,37; p < 0,0001) erzielt. Die höchsten Erwartungswerte wurden für die Punkte „wirksame Entfernung der Läsionen“ (8,36 ± 1,99), „Sicherheit“ (8,20 ± 2,03) und „Behandlungskosten werden von der Krankenkasse übernommen“ (8,00 ± 2,41; p < 0,0001) beobachtet. Patienten im Alter von ≥ 77 Jahren und Patienten mit ≥ 7 Läsionen wurden aufgrund intrinsischer und extrinsischer Motivationsdefizite als hochgradig gefährdet identifiziert, sich keiner Behandlung zu unterziehen. Die Heatmap der Korrelationsanalyse ergab vier Cluster mit unterschiedlichen Motivations- und Erwartungsprofilen. Diese Studie liefert ein patientenbasiertes heuristisches Instrument für eine personalisierte Behandlungsentscheidung bei Patienten mit AK.

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